Börsenindizes verstanden: Was der DAX und andere Indizes bedeuten
Ein Börsenindex ist eine Messzahl, die die Entwicklung einer Gruppe von Wertpapieren in einer einzigen Zahl zusammenfasst. Bekanntestes Beispiel in Deutschland ist der DAX. Die Aktien-Grundlagen rund um Indizes zu verstehen hilft, zwischen einer Einzelaktie und der Stimmung eines ganzen Marktsegments zu unterscheiden. Diese Lektion erklärt, wie Indizes entstehen, was sie aussagen und wo ihre Grenzen liegen.
Die Grundidee eines Index
Ein Index ist ein Konstrukt, das viele einzelne Wertpapiere in einer Kennzahl zusammenführt. Die Idee: Anstatt jedes Mal Tausend Einzelkurse zu verfolgen, gibt es eine Zahl, die grob die Tendenz einer Marktgruppe zeigt. Ein Index ist also kein Wertpapier und keine Anlage, sondern eine Rechenvorschrift.
Indizes werden von Indexanbietern berechnet, etwa der Deutschen Börse AG für den DAX oder STOXX Ltd. für europäische Indizes. Wer einem Index folgen möchte, kann dafür in der Regel Fonds oder Zertifikate erwerben – Aktienwissenspfad vermittelt solche Produkte nicht und gibt dazu keine Empfehlung.
Was der DAX misst
Der DAX ist der bekannteste deutsche Aktienindex. Er fasst die nach bestimmter Methodik größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen in einer Zahl zusammen. Der DAX ist ein Performanceindex, das heißt, er berücksichtigt neben den Kursen auch Dividenden, als ob sie wieder angelegt würden. Das führt in der Regel zu einer etwas höheren ausgewiesenen Langfristentwicklung als bei einem reinen Preisindex.
Der DAX ist jedoch keine Garantie für eine bestimmte Entwicklung und kein Qualitätsurteil über die enthaltenen Unternehmen. Er misst schlicht die rechnerische Tendenz einer Auswahl.
Gewichtung und Zusammensetzung
Ein Index ist die gewichtete Summe seiner Mitglieder. Die Gewichtung bestimmt, wie stark ein einzelnes Unternehmen den Index bewegt. Im DAX wird traditionell nach Marktkapitalisierung gewichtet: Größere Unternehmen haben mehr Gewicht als kleinere. Seit einigen Jahren gibt es zudem eine Begrenzung des maximalen Gewichts eines einzelnen Unternehmens, um eine zu starke Konzentration zu vermeiden.
Die Zusammensetzung wird regelmäßig überprüft. Unternehmen können aufsteigen oder absteigen, wenn sie die Kriterien nicht mehr erfüllen oder neue Kandidaten hinzukommen. Ein Index ist also kein starres Konstrukt, sondern ein regelmäßiger Neuzusammensetzungsvorgang.
Preisindex versus Performanceindex
Ein Preisindex berücksichtigt nur die Kurse, ohne Dividenden. Ein Performanceindex rechnet Dividenden reinvestiert ein. Für den DAX gilt die Performance-Methode. Der Unterschied kann über längere Zeiträume deutlich ausfallen, weil Dividenden einen wesentlichen Teil der gesamten Rendite ausmachen können.
Wer zwei Indizes miteinander vergleicht, sollte daher auf die Methodik achten. Ein Rückblick auf vergangene Indexentwicklungen ist kein Hinweis auf zukünftige Wertentwicklungen.
Grenzen von Indizes
Indizes haben Grenzen. Sie zeigen immer nur die Tendenz einer definierten Auswahl, nie den gesamten Markt. Sie reagieren empfindlich auf die Gewichtung weniger großer Mitglieder. Und sie sind Rückblicke, keine Vorhersagen. Eine positive Indexentwicklung in der Vergangenheit bedeutet nicht, dass sich der Markt auch künftig so entwickelt.
Für die Aktien-Grundlagen ist wichtig festzuhalten: Ein Index hilft beim Verständnis der Stimmung in einem Marktsegment, er ersetzt aber nicht die Beschäftigung mit dem Einzelwert und seinen Risiken. Mehr zu einzelnen Risiken lesen Sie in der Lektion zu den Grundrisiken von Aktien, und wer tiefer in die Bewertung einzelner Unternehmen einsteigen will, findet Grundlagen in der Lektion zur Unternehmensbewertung.