Wellenlinie mit dezentem Schild als Symbol für Grundrisiken von Aktien
Risiko Vertiefung Stufe 3

Grundrisiken von Aktien: Was Einsteiger wissen sollten

Aktien sind Unternehmensanteile und damit Träger mehrerer Risiken. Wer sich mit Aktien für Anfänger beschäftigt, sollte früh lernen, welche Risiken es gibt und warum diese Risiken nicht vorhersehbar sind. Diese Lektion nennt die wichtigsten Risikofaktoren und erklärt, warum es keine Methode gibt, die diese Risiken verlässlich ausschaltet.

Marktrisiko

Das Marktrisiko beschreibt die Schwankungsbereitschaft eines Wertpapiers infolge allgemeiner Marktbewegungen. Wenn der Gesamtmarkt fällt, fallen meist auch die Einzelwerte mit, unabhängig davon, wie gut das einzelne Unternehmen wirtschaftet. Ursachen können wirtschaftliche, politische oder psychologische Faktoren sein. Niemand kann verlässlich vorhersagen, wann solche Bewegungen eintreten.

Für den Einsteiger bedeutet das: Eine Aktie kann auch dann an Wert verlieren, wenn das Unternehmen stabil ist. Das Marktrisiko ist die „Grundmelodie“ des Aktienmarkts und nicht zu beseitigen.

Unternehmensrisiko

Das Unternehmensrisiko umfasst alle Gefahren, die speziell ein einzelnes Unternehmen betreffen. Dazu gehören strategische Fehler, Managementprobleme, Produktrisiken, Klagen oder das Versagen ganzer Geschäftsfelder. Im schlimmsten Fall führt das Unternehmen in die Insolvenz; dann kann die Aktie massiv an Wert verlieren oder ganz wertlos werden.

Auch hier gilt: Niemand kann die unternehmerische Zukunft verlässlich vorhersagen. Selbst etablierte Unternehmen können in Krisen geraten. Mehr zu den Grundlagen der Unternehmensbeobachtung findet sich in der Lektion zur Unternehmensbewertung.

Währungsrisiko

Wer Aktien ausländischer Unternehmen hält, trägt ein Währungsrisiko. Der Euro-Wert einer solchen Beteiligung hängt nicht nur vom Kurs der Aktie ab, sondern auch vom Wechselkurs zwischen Euro und der Fremdwährung. Steigt die Fremdwährung, wirkt sich das für Euro-Anleger positiv aus, fällt sie, negativ. Beide Richtungen sind möglich und nicht vorhersehbar.

Dieses Risiko ist für viele Einsteiger überraschend, weil es auch dann auftreten kann, wenn der eigentliche Aktienkurs stabil ist. Es zeigt, dass Aktien für Anfänger mehr Dimensionen haben als nur die Frage „steigt oder fällt der Kurs?“.

Liquiditätsrisiko und Ausfallrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass Wertpapiere nur schwer zu einem marktnahen Preis verkauft werden können, weil es zu wenige Käufer oder Verkäufer gibt. Bei wenig gehandelten Werten kann der Spread weit sein; in extremen Fällen finden sich überhaupt keine Gegenparteien. Das Ausfallrisiko umfasst schlimmstenfalls den Totalverlust, etwa im Insolvenzfall.

Beide Risiken verdeutlichen: Aktien sind keine Bargeld-Reserve. Wer kurzfristig auf sein Geld angewiesen ist, sollte verstehen, dass eine Aktie gerade dann schwer veräußerbar sein kann, wenn alle gleichzeitig verkaufen wollen.

Wie man mit Risiken umgeht – und was nicht funktioniert

Eine verbreitete Idee ist, Risiken durch Auswahl, Mischung oder Zeitpunkt „wegzuoptimieren“. Tatsächlich lassen sich Risiken verteilen, aber nicht abschaffen. Jede Methode, die Aktien für Anfänger als „risikolos“ oder „besonders sicher“ anpreist, ist irreführend. Es gibt keine Strategie, die Marktrisiken, Unternehmensrisiken, Währungsrisiken und Totalverlustrisiken zuverlässig ausschließt.

Wer sich weiter informieren möchte, findet bei der BaFin amtliche Informationen zu Anlageverhalten und Risiko. Eine Übersicht der wichtigsten Begriffe liefert das Börsenbegriffe-Glossar, und wer die Zahlen hinter Unternehmen verstehen will, liest die Lektion zu Finanzkennzahlen.

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